Die lodernden Flammen des Dunkelfeuer laden Euch zum Verweilen, und, so Ihr es wollt, zum Zerfallen in die Essenz eurer Gedanken, in nachtgeweihte Traeume und das Laecheln eines schattenumwobenen Sternes in den Wellen eines Sees der klaren Baeche

Welcher Shishatabak gefÃ?Æ?Ã?â??Ã?â??Ã?¤llt dir am besten bei einer chilligen Shisharunde?
Erdbeere
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Ich rauche nicht Shisha
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Kreis des Niedergangs

I - Der Mondenblüte zwölfmaliges Erstrahlen
1. Roter Regen auf schwarzer Saat
2. Freier Frühlingsfall
3. Des Sommers Sehnen und die Schlacht
4. Herren des Herbstes
5. Winterwein

II - Versenkung
1. Schatten
2. Licht
3. Traum

III - Scherbenkreis



I - Der Mondenblüte zwölfmaliges Erstrahlen

1. Roter Regen auf schwarzer Saat

Eine Schlacht der Liebe, auf allzu fernen Sternen
ein Hass im Herzen, der jede Verachtung übersteigt
blutige Tränen, roter Regen lässt uns das Leben lernen
es ist das Sterben, das uns den Weg ins Diesseits zeigt

Tief in Finsternis gebettet
und auch stets von ihr errettet
ergreift uns der Engel Gefühl des Lebens
aus dem steten Schlaf geweckt
von dem Blut des Seins geleckt
ergreift uns die Macht des steten Strebens
nach göttlicher Existenz
und zugleich die Angst davor

Der Herzen erste schwache Schläge
der Samen allererstes Quellen
wenn auch nicht in gleichem Takt
fluten die Adern Bluteswellen
treiben die Träumer aus der Erde
und tiefer ins Versteck hinein
trennt die frischgebor'ne Herde
in Kinder von schwarzem und weißem Wein

Aus der Dunkelheit ans Licht
und in lockende Finsternis fliehend
auf die Berge neuer Welten
und in junge Gräber ziehend
erwachen wir im Frühling


2. Freier Frühlingsfall

Silbersterne, Hoffnungsfunken in weiter Nacht
Freudentränen um uns Kinder weinend
die helle Sonne, mild durch einen Nebelschleier
auf unbefleckte Blüten scheinend
unschuldiges Augenlicht in klaren Tropfen des Morgentaus

Ein leiser Duft, gewebt in sanftes Wehen
eines Melodienwindes, der uns trägt
durch das erwachende Weltendrehen
vom Gotteshauche liebend beseelt
frei vom Staunen fest umfangen
bleibt nichts, das diesem Leben noch fehlt

Freudig lachend den Schritt gelenkt
auf ungezählten bunten Wegen
weil unser Blick nur Wunder fängt
im Sonnenschein und Sternenregen
wie süß das Sehen nach langer Blindheit

Leichthin mit Nachtigallen singend
zu der weiten Meere wildem Rauschen
zu alten Engelsharfen klingend
rascheln die Bäume, ihnen zu lauschen
wie süß das Hören nach langer Taubheit

Warmer Tau, Tropfen der Rosenranken
liebkost die Haut als sanfter Musenkuss
Trauben, die in zartem Honig versanken
ihr Duft in des Lichtes weichem Fluss
wie süß das Fühlen nach langem Schlaf

Die Neugierde treibt uns eilends voran
zu wissen, all die Wunder zu verstehen
die der hohen Götter Geist ersann
und alle Gesichter der Welt zu sehen
wie süß das Wandern nach langer Starre

Ein ungeschickter Tritt
lenkt den Blick
aus seinem Nebelbett
aus Schlaf wurde Schlummer
und nun öffnen wir unsere Augen
der Frühlingshauch, der freie Fall
stellt uns auf eigene Beine
du Sehnender, nur zu, beweine
des Lechzenden lautes Lachen

Die erstarkende Sonne weckt unser Feuer
unter ihren hellen Strahlen stürzen Blütenblätter
die weiße Unschuld, einst so lieb und teuer
verweht im neuen wilden Gedankensturm


3. Des Sommers Sehnen und die Schlacht

Aus dem Schlummer erstehen wir
erwachend in neuer Kraft
und mit uns erhebt sich ein Sturm
der die Nebelschleier zerreißt
und der Sonne strahlenden Glanz
in seiner ganzen Schönheit befreit

Auf den höchsten Gipfeln
dem Sonnenlichte nah
sehen wir unendlich klar
wir stehen über des Weltenwaldes Wipfeln
der Götter Werk liegt uns zu Füßen
und wir sind seine Herren

So lasst es uns in höchster Reinheit ehren
es der allgegenwärten Dunkelheit erwehren
und es mit unsren gottgesandten Heeren
den feindlichen Narren stets verwehren

Reißt Städte, Tempel, Paläste aus dem Stein
verbrennt die Wälder für die Feste
lasst uns tanzen, lasst uns feiern
denn wir leben
lasst uns nach der Allmacht streben
nach Erkennen, nach Durchdringen
auf dass die Engel für uns singen
da wir sie gnädig unterwerfen

Die Fahnen wehen stolz auf hohen Mauern
doch in den nahen Schatten lauern
schon die teuflischen Kreaturen
des Bösen untertänige Huren
durch uns wird die Welt von ihnen gereinigt
für die Freiheit ziehen wir in die Schlacht
gebären das Tageslicht aus der Nacht
da sie zweifeln, im Irrtum verweilen
wird der Tod sie nun ereilen
damit die Erde mit dem Paradiese sich vereinigt

Strahlender Spiegel Silberstahl
blendend, die Finsternis zerfetzend
die blanken Schwerter gleich dem Blitze
nach der Tiere Hälse hetzend
Blut zu trinken, den edlen Wein
der falschen Bestien, der Lügenfratze
aus den schlangenhaften Schatten
vergiftend, aller Priester Pein
die da in Gottes Dienste für die Freiheit schlachten

Weiter Reiche heller Glanz...
In machtgeschwängerter Freiheitsluft...
Heißes Blut wallt in den Adern...


4. Herren des Herbstes

Kalter Leichen schwerer Duft...
In todgeschwängerter Eisenluft...
Heißes Blut umfließt den Wahn...

Süßes Blut an meinen Händen
der Rausch des Tötens in meinem Blut
schreiende Flut zu meinen Füßen
des lebenszerrenden Sturmes Flut
Ich - mein Sturm
fallet vor mir
vor eurem Herrn

Zerfallendes Feuerreich...
Die Asche falscher Herrschaft
des hochmütigen Stolzes der Verirrung
überschattet mein Totenreich
und reizt die stumpfen Augen
mit Tränen den Glanz zu zerwaschen

Bittres Bruderblut an meinen Händen
kettet meine Arme wie durch Stahl
der Anblick stummer Mienen, kalt, aschfahl
lässt unter Qual den Geist sich wenden
und im Rauch der brennenden Städte
erstickt die dunkelnde Sonne

Von Blut und Rost, die garstge Klinge
zerfressen, schlechtes Stürmen schweige
treibe nicht voran des Wahnes Wellen
und des Rausches Rauschen im schwachen Blut
weiche von mir und bezwinge
mich in mir, das ich, das feige
tötet soll am eigenen Hass zerschellen
damit die grausame rasende Wut
in der Finsternis versickert

Welch Wahn ließ mein Wachen welken
verbannte mich zurück in Geistesdämmerung
sind wir Opfer irdischen Verfalls
oder doch Herren des Herbstes?

Die letzten Blätter rußgeschwärzter Bäume
finden im verworrenen Wind ihren Fall
umspielt von grauen Eiskristallen
verwehen sie in den Abgrund hinab
Falle auch ich?


5. Winterwein

Aus der Ferne ersteigt Ruinenrauch
webt sich schwärzend in den Himmel
Vom Ascheherzen des Zerfalls
habe ich wohl den Horizont erreicht
bin mit schwankenden Schritten
in der Umarmung der Dunkelheit verschwommen

Im flackernden Schein des schwachen Feuers
des ungeschickten Flammenspiels
sitzt mein Körper in seinen Schatten gekrümmt
am Ufer eines ruhigen Sees, gefrorenes Wasser
treibt kalt und schweigend an mir vorbei
dem Abschied harrend

Ein Schluck von zartem Winterwein
bittersüß und dunkel
fließt brennend über meine Kehle
durchdringend in meine Lungen
mischt sich mit dem Blut
und rinnt in die Gedanken

Vergessen ruft Erinnrung
Ruhe ruft den Sturm
Finsternis sehnt nach dem Lichte
und Leben strebt dem Tode hin

Gebettet in den weißen Schnee
vom reinen Eis umwandert
flackern alte Bilder durch die klare Luft
die wohl von den Sternen sank
um uns zu ersticken
mit der Enttäuschung des Himmels

Tosendes Farbenmeer in der Schwärze
durchbrochen von schwebenden Sternentränen
deren Licht die Trauer stetig trotzt

Wir haben schwarze Meere aus blutigem Salz geformt
haben kalte Ruinen aus lebendigem Stein gebaut
Gold und Staub entwuchsen unseren Händen
und unsere Gedanken flochten Rauch durch das Licht
das wahnsinnige Flackern zerriss die bergende Dunkelheit
und rang auch uns selbst zuletzt noch in unsere Seelenasche

Nach dem Scheitern in die Einsamkeit
ein feige Flucht
ein eisig wispernder Wind
knackendes Holz
knisterndes Eis
friedlicher Hass, ruhig und beißend
ein leerer Becher, ein zerrinnender Farbensturm
die Kälte frisst sich in das taube Fleisch
ein gefrorenes Herz, ein Grab im Schnee
der Fall in die Leere
von der Flamme zur Glut, zur Asche
das Leben lehrte mich das Sterben
letzter Funke, flieh...


II - Versenkung

1. Schatten

Blitzdurchzuckter Nachthimmel, das Meer
aus dessen Herzen zäh und warm
die Tropfen gen der Erde eifern
auf die sie ersehnenden Lippen
rauh, gesprungen, blassgeblutet
gerissen von Wahrheiten und Lügen

Im Runenkreis aus blassen Sternen
steht verloren eine hagere Gestalt
ein Schatten entgegen der Finsternis
schwankend im Obsidianensaal der Nacht

Ergriffenes Darniedersinken inmitten des wogenden Wolkenringes
Erstaunens Wucht aus dunkler Ewigkeit gesunken
und den Betenden mit schwarzen Flügeln erfassend umflochten
erhebe dich, Kind aus Federn und finstrem Wachs
entschwebe dir in die Ewigkeit

Mächtiger Schwingenschlag, durch das Donnern stoßend
das Fleisch am Regen sich verfangend abgeworfen
gerissene Haut, mürbe Knochen versickern im Verlorenen
die Wiedergeburt entflieht durch den klarsten aller Regen
in das dunkle Paradies
und, im höchsten aller Tempel, hoch in die Tiefe weit gebettet
zerfließt sie, schimmernden Winden gleich
und verblasst verwoben still die Nacht durchströmend


2. Licht

Der Weg an den vier klaren Bächen
die Horizonte zum Marmortempel
über das gläserne Gebirge
unter flammenden Sonnenschein
der durch die glänzenden Spiegelschleier
den See des Lichts durchflutet

Nach weiter Wanderung die letzten Schritte
wirklicher als das Wanken des Weges zuvor
fester Boden des ewigen Gesteines
leitet mich an die heiligen Ufer des ebenen Kreises
flüsternd von der Verlockung und Wahrheit selbst
Verehrung des diamantenen Frucht, weicher Duft
wärmendes Erkennen

Ehrfürchtiges Erzittern
und doch der durchdringende Blick
Erfassen der glitzernden Kristalle
und die Freude an ihrem Funkeln
Genuss der Essenz, das Blut der Sonne
eine Waschung in jungen Blüten
das Glühen der Fackeln fernab von Rauch und Nebel
sanftes Geleit des freien Schreitens

Die Gedanken zu Flügeln weit gebreitet
des Körpers letzte Kraft zerschlagend
erhebt die Seele sich, des äußren Scheins entledigt
um dem Drachen gleich zur Sonne sich gewendet
in die glanzumspielten Fluten frei zu fallen

Ich durchbreche die Sonne, sinke in das Mondenwasser
treibe tief hinab, dem Grund der Welt entgegen
die süßen Wellen und des Himmels Klarheit
umspülen liebkosend mein Verstehen
gebären den Gedanken der Weltenschöpfung
in den mein Geist sich aus dem Zwielicht bindet
bin Perle, bin Funke im Zentrum des Lichts
und atme mich


3. Traum

Der Wind des Welkens macht mich müd'
und der Verfall in den Augen macht die Lider schwer
Staub des Laubes ist dem trägen Körper Ruhestatt
und der Feuerhauch gleicht dem sanften Kuss des Schlafes
nicht Gift, der Traum liegt in der Luft

Nebel sinkt aus dürren Ästen, bedeckt mich still wie warmer Schnee
in seinen See gebettet sickern mir die Tränen in die Augen
verschwommener Blick, verzerrte Grausamkeit, zerschlagen und zerrissen
aus deinen Trümmern erhebt sich eine klare Nacht

Belebend schwebt ihr kühler Hauch
zwischen erwachenden Ruinen
und Ascherosen, neu erflammend
durch die Welt, in zartem Blau
der weisen Magierin Magie
vom sternbesetzten Samt des Himmels
wie des Regens Musentränen
auf zitternd wachsendes Leben fallend

Aus meinen Gedanken webt sich ein Gespinst aus feinsten Fäden
Dunkelfunkeln lichter Tropfen auf jungen Fliederblüten
das Flackern des Sees, gewandeltes Wasser
treibt das Pulsieren des Weltenherzens auf neuen Gefilden

Tempel auf den Feldern der Nianna
geliebte Göttin, weltenweihend
will ich dich preißen

Freiheit in den Händen der Snotra
hohe Herrin, weltenbergend
will ich dich ehren

Liebende im Herzen der Freya
meine Valkyre, weltenumarmend
wollen wir uns küssen

In Iduns Gunst im Efeu liegend
unter taubedeckten Bäumen
gemeinsam im Horizont versinkend
werden wir stets glücklich träumen...


III - Scherbenkreis

Träge flackert die Flamme am Docht
von den Wachsdämpfen umnebelt
verschwommener Blick zu matten Spiegeln
eingeschlossen von der trüben Reflexion
kreisgebundener Gedanken
und sich in alten Stürmen windend
sehnt sie sich nach weitem Lodern

Obgleich im Kreis die Quelle springt
staut doch erzornend sich die Flut
doch verfällt die Wut sich trotzend
an den Scheiben, an den Mauern
der müde Fluss im alten Bett
nicht kann er sich verändern
umkreist sich weiterhin

Stetig sammelnd streift der Hass
durch das apathisch liegende Tier
zu dem ich unter meinem Wachen
im Schlaf langsam verkam
Sammelt Funken des Verzweifelns
die leises Träumen reifen lassen
am blinden Kreisen immer scheiternd
im Staube niederfallend

Er zeichnet mit dunkelsten Farben
ein Kunstwerk aus schillerndem Glanz
und da die Zeit ins Nichts verläuft
die Geborgenheit Gewohnheit wird
treibt die Sehnsucht die Ferne
in die Augen und das Drängen aus dem Kreis
ergreift den sich regenden Menschen

Der Vision zu folgen
erhebt aus Kälte sich das Fleisch
Staub fällt von der fahlen Haut
wie die reißenden Ketten
werfe ich das Grau von mir
bin Schlange, Gift des Kreises
und der Zahn bohrt sich ins Glas

Blitze skizzieren sich durch das Spiegelsilber
berstend unter Schlag und Schrei
fällt der Scherbenregen nieder
ungekanntes Licht bricht durch die Fetzen
führt mich aus den Trümmern
in andere Ruinen

Doch Horizonte laden meinen Schritt
vielleicht an herrliche Schlösser
zu Tanz, zu Feiern und Gesang?

Das Funkeln einer hellen Sonne
weist mir einen fremden Weg
sich an gebrochenem Glase
und in rotem Saft verfangend

Ist es das Blut der Träume
oder starb der Tod an diesen Splittern?

Zerbrach der Kreis?
Eine Welt zerfiel.
Doch war es vielmehr Scherbenspiel
als Splitterfall?
Geboren, verloren und stetig wandernd...
24.12.07 15:26


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Der Fall der Säulenhalle

[Lafratc:]
Der Maskenball des Untergangs
auf dem Thron der Tod, die Tänzer haltend
lächelt milde grausam
in leere Augen, blindgelacht
erkennen sie die Kerzen
und sehen nicht die Finsternis

[Der brennende Blick:]
Fädenwalzer, Kreisestanz
Verirrte, ihr seid sein
schaut aus euren stumpfen Masken
in die Dunkelheit hinein
die mit euren Seelen spielt

[Lafratc:]
Tanzend unter falschen Sternen
von Spiegeln gebrochenes Kronleuchterlicht
strahlt glänzend verzerrend
auf der Menschen Drehungen
den leichten Schleierflug
den seichten Gang in künstlicher Welt

[Der brennende Blick:]
Lauscht den allerletzten Klängen
ihr unwürdigen Ratten
ihr werden qualvoll schreien und
in die ewigen Schatten
werdet ihr zerfallen

[Lafratc:]
Eine lichtlose Explosion durchfährt
die Säulenhalle des Niedergangs
die Knochen ihres Steinskeletts
zu zerreißen und zerschlagen
im Staub die Schreie zu verhüllen
die halb erschreckt aus den Gesichtern
die eins mit ihren Masken stumm
vom Leben nichts mehr wissen

[Lafratc/Der brennende Blick:]
Knochensplitter bohren sich durch dekadenter Häupter Kronen
schlagen sich durch Gold, durch Haut und ihrer Hirne Vakuum
die Trümmer brechen brennend auf die schwachen Leiber nieder
unter des Todes amüsiertem Lachen ersäuft im Blut das Kriechertum

[Der brennende Blick:]
Brennt, ihr Menschenschatten
mit Stein und Flamme will ich euch
in alle Ewigkeit verdecken
euch, den Schandfleck dieser Welt
verscharre ich in mir
und schenke eurem Tod mein Leben
da mir nichts andres zu geben bleibt
da ihr mir alles nahmt
was an Wundern die Träume einst noch hatten
so soll sich die Lohe meiner Rache
an eurem faulen Fleische laben

[Lafratc:]
Und Ruhe kehrt ein über den Gräbern...
26.12.07 12:47


Wundensalz und Knochen im rauhen Sand

[Lafratc:]
Wüste der Zeit, Reste des großen Reiches
der alten Kaiserin, wohin bist du nun gegangen
lässt die Ruinen deiner Tempel
mit den Leichen verrotten
und bist fort?
So sei der einst so prächtige Garten Friedhof aller Völker...

Blasses Fleisch, die Haut zu roten Schreien gerissen
aus denen vergeblich dunkle Tropfen rinnen
im Salz versickern, dass in entzundenen Wunden brennt
mit gehässiggrünem Feuer

Rauh treibt der Wind den Sand durch die Schädeldecken
schleift die leeren Augenhöhlen, füllt der Hirne Becher
nicht wie Erp und Eitil mit Gold und Silber und Runen
doch mit Sand, mit Staub und Blut besudelt liegen die Schädel umher

Grässliche Qualenquelle, gar hässlich und von finsterster Schönheit
und doch so lieblich in deinem Schmerz, du Königin des Nichts jenseits der Zeit
der dir doch alles Sterbliche zum Untertanen fällt
lass mich meine schwarze Seele an deinem Leid ergötzen
du Traube meines Weines, Füllhorn meiner Lebenslust
wie das Glück in dir verdarbt, so süßlich weinend

Mögen die Leichen im malmenden Sturme zerfallen
bis mit ihnen alle Welten brechen
und der blutende Himmel die Sterne aus sich schwemmt
und möge mich ihr Spiel erfreuen

Und Ruhe kehrt ein über den Gräbern...
26.12.07 22:28


Würfelknochen und Spinnweben (Schicksalsschmiede I)

[Lafratc:]
In der dunklen Ecke, auf dem Eibenthron
an der Seite meines graugewandten Herrn
dessen schwarzglänzende Augen
dem Treiben in der Schmiede folgen
dort sitz ich nun der Zukunft harrend

In ihren Netzen sitzen sie, die vieläugigen Weberinnen
auf den Fäden aus feinster Seelenseide
die die Welt zusammenhält
doch keine webt, kein Wind treibt die Räder voran
keines Knochenwürfels Scheppern durchdringt die modrige Luft
denn zwischen den Spinnweben und alten Tischen
unter dem ehrwürdigen Gebälk der Hallen
hinter Amboss, Hammer und Eisen
stehen drei der Hohen, die hier schon lang nicht mehr gesehn

Merkwürdig strahlend und rein, und doch von Gram gebeugte Häupter
wirken sie fremd in der staubigen Stube von derber Natur
obgleich die Spinnerei ihnen obliegt

[Der Graugewandte:]
Schweig, und weiche, der Rat beginnt


[Schon saukurz..ma schaun]
27.12.07 15:59


Dunkler Windhauch am Abend

[Lafratc:]
Wolkendurchzogener Weiher am frostgeweihten Berg
deine abendgeschwängerte Düsternis sei mir mein Nest
bis die Schmiede ihr Urteil fällt

[Tränenmaid:]
Wasser, das du an den Wurzeln des Tores zu den Heiligen den Himmel in dir bindest, mögest du den Schmerz aus meinem Herzen waschen...

[Lafratc:]
Welch schönes Weib gesellt sich da zum Ufer?

[Tränenmaid:]
Entzwei riss mich der Krieg
ohne dass eine Klinge an mich rührte
kein Metall könnte solche Wunden schlagen
nur ein Körper, eine Seele
und die Leere, die ihr Verlust erschafft

Kronen, Zepter, dunkelmattes Gold
was ermächtigt ihr euch solcher Macht
Herzen zu zerreißen
sie ungedachten Göttern zu opfern
und das Leben euch zu weihen
ohne es je gefühlt zu haben

Himmelsdurchflochtener See
birgst du meines Liebsten Blut
lass mich von deiner Kälte kosten
auf dass er ewig in mir fließt
oder ist er mir auf immer verloren?

[Lafratc:]
Sie sehnt sich nach dem Tode hin

[Tränenmaid:]
Wellen, sprecht zu mir
euer Rauschen schleiert die Welt
und verschwommen wird das Sein
wie schon von meiner Trauer
umnebel, klaret auf die Nebel

Eine schwarze Feder
lockend fällt sie aus dem Nichts
und treibt mich rufend auf dem Wasser
wie das Abbild alten Glücks
in inniger Umarmung mit dem Schweben

Schwarzes Wogen, geliebte Lippen
ich will euch küssen, ihm zu folgen
tragt mich in eurer eisigen Umarmung
zu seinem Leichnam, an die Augen
deren Glanz den Tod besiegt

Kalte Zungen, von Leidenschaft erfüllt
umfließt mich, bettet mich in Fallen
aus der Erde, auf der mich nichts mehr hält
spiegelt mein Antlitz in verblassendes Nichts
verschlingt mich in eurer zarten Umarmung
in der Tiefe, in seinen Armen versinke ich
in der Unendlichkeit sind wir eins

[Lafratc:]
Und Ruhe kehrt ein über den Gräbern...
29.12.07 12:40


Wenn Gedanken...

[Lafratc:]
Welch stille Gestalt
verwirrt anmutend und gebeugt
sitzt da zwischen den Steinen
an der untersten Stufe zu Valhall?

[Dunkeldenkender:]
Glitzerndes Gefängnis genannt Garten Eden
bist du Hölle denn fürwahr das Paradies?
Oftmals hörte ich von dir in aller Herrlichkeit schon reden
obwohl des Gottes heilender Geist dich längst verlies

Nur der Traum entführt mich noch aus deinen Fängen
gehängt an deinem Gold bleibe ich an deinem Funkeln
verweilend in der Finsternis und deinem Lügen

Doch bringen die Gedanken meinen Geist
stets in schönre Welten

[Lafratc:]
Ein Frevler, ein stiller Ketzer ist's
der in schwelender Flut sich beugt

[Dunkeldenkernder:]
Auf ihren Schwingen in das Mondlicht hinfort
trage ich mich für Augenblicke
an die Grenzen eines Reiches
das mir gefällt

Mein Wille formt die Blüten
ewiglich zu blühen
junge Schönheit des währenden Lebens
erfreue meinen betäubten Blick
der dem Grau des Wahren entsteigt

[Lafratc:]
Auf ihren Schwingen?
Nein, auf meinen sollst du stürzen

[Dunkeldenkender:]
Doch zwischen hellen Sternen taumelnd
verfangen die Gedanken sich, fällt ihr euch in Finsternis
und dunkel treibt ihr auf meiner Seele
Gewitterwolken, weichet von mir
mit eurem tränenbrennendem Blick

Wecktet Hoffnung ihr einst noch
und Glauben an das Göttliche
so fault der Segen unter euch
und ihr lasst das Scheitern keimen

Enge Wurzeln, eitrig schimmelnd
welch Fluch erwürgte euren Zauber
legen sich um meinen Hals
alte Narben flammen blutend
lasst ab von mir

[Lafratc:]
Und Ruhe kehrt ein über den Gräbern...
30.12.07 14:39


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